Puls4 auf X-Jam – Ab in den Süden und ab in den Keller mit dem Niveau
So eine Maturareise hat eigentlich alles, was sich Puls4 nur so wünschen kann: Junge Menschen, welche nicht mehr im Vollbesitz ihrer geistigen Fähigkeiten sind, wenig Textilien an den jungen Körpern, viel Party und einen Grund, der all dies rechtfertigt. So ist es ja sehr naheliegend, dass Puls4 sein neues Sendermaskottchen Ramona Galler auf X-Jam schickt um einen Grund zu haben von dort zu berichten. Eigentlich dachte ich mir, ein Artikel über das österreichische Trash-TV und dessen neu Prinzessin ist schon mehr als genug PR für sie. Da Puls4 aber eine Mini-Serie über eine Maturareise, mit dem Namen Ab in den Süden machte, überlegte ich mir die Sache noch einmal. Und nun schreibe ich doch erneut ein Pamphlet.
Also, Puls4 hat Senderaushängeschild (und FHM-Modell, wie in den Beiträgen oft genug erwähnt wird) Ramona Galler auf X-Jam geschickt und auf Schritt und Tritt begleitet. Ich war ja selbst auf X-Jam Maturareise (im Jahr 2007) und habe meine Eindrücke niedergeschrieben. Damals schrieb ich noch, dass X-Jam die niveauvollste Maturareise sei. Gut, bei einer Maturareise ist Niveau nicht unbedingt gefragt, aber ich glaube heute muss ich meine Aussage von damals widerrufen oder zumindest etwas anders formulieren: X-Jam ist zwar die niveauvollste Maturareise, aber nur mit sehr geringem Vorsprung. Puls4 und die anderen Sponsoren, u.a. die Kronen Zeitung (gut zu meiner Zeit war noch Österreich Sponsor, was nicht wirklich besser ist) und Clever (die Billigmarke von Billa und Merkur), sind niveautechnisch kontraproduktiv. Dafür hat X-Jam in den letzten Jahren immer große internationale Live-Acts gehabt (u.a.: Katy Perry, Xzibit). Aber genug des Vergleichs, in diesem Artikel geht es um etwas anderes. Da Ramona Galler offenbar vom Niveau her gut zu X-Jam passt und es eine toller Grund ist sie die ganze Zeit leicht bekleidet durchs Bild gehen zu lassen und dabei des öfteren einen Close-Up auf ihre Brüste zu machen (gab’s im Schnitt drei Mal pro Folge) war sie die perfekte Wahl für diese Mini-Serie. Wenn man Brüste groß in Szene setzen kann, wen stören da so Nebensächlichkeiten wie z.B.: dass man als Zuschauer hin und wieder das Gefühl hat Ramona bringt keinen geraden Satz heraus. Man kann argumentieren, sie ist einfach Nervös, immerhin ist sie im Fernsehen. Sie war aber schon sehr oft im Fernsehen, irgendwann sollte sie das ablegen. In Folge 5 kam der Standard-Journalist Thomas Rottenberg (welcher einen guten Artikel zur selben Thematik geschrieben hat) zu Wort, der sich etwas abfällig über Ramonas Bild in der Öffentlichkeit, also die blonde Haarfarbe (vermutlich gefärbt??, ist jetzt nur eine Vermutung von mir, für die ich keinerlei Beweise habe, dafür habe ich eine Hypothese zu gefärbten Blondinen: nicht die Naturblonden sind für den schlechten Ruf der Blondinen verantwortlich, die sind nämlich in der Regel recht schlau (man muss nur einen Blick nach Schweden werfen: dort gibt es viele Blonde und Schweden ist eines der fortschrittlichsten Länder der Welt), sondern die gefärbten Blondinen sind für diverse Klischees verantwortlich, aber das nur am Rande) gepaart mit dem pinken Handy mit Swarovski-Steinen drauf, erweckt doch den Eindruck, dass sie geistig nicht so ganz auf der Höhe sei (freundlich formuliert), äußerte (Originalzitat: “Die Frau schaut aus als könnte sie maximal bis Zwei zählen und das auch nur dann, wen ihr irgendwer auf die Schulter klopft und sagt 1,2 und dabei irgendwie auf ihre größten Argumente zeigt”). Puls4 kam aber in dieser Folge Ramona mehr oder weniger subtil zu Hilfe, in dem sie Rottenberg als Sonderling darstellten. Wie schlau bzw. gebildet sie wirklich ist wird wohl im dunklen bleiben. Offensichtlich hingegen ist, aber unbestritten dass sich nicht besonders viel Geist und Esprit versprüht sondern Naivität, Oberflächlichkeit und Freizügigkeit. Obwohl sie doch überraschend Prüde war für jemanden, der sich für FHM (fast) auszog (siehe Folge 2 bzw. 3 als sich sich bei der Modenschau weigerte das, zugegebener maßen sehr gewagte, Teil anzuziehen; Nebenbemerkung zu ihrer Ersatzfrau: sagt der Volksmund nicht irgendetwas in der Richtung, die Größe des Arschgeweihs verhält sich reziprok zur Intelligenz der Trägerin, eine durch empirische Untersuchungen festgestellte Hypothese, welche vermutlich wahr sein dürfte).
So, jetzt aber wieder zurück zum Ursprung der Verblödung: Puls4. Ramona ist ja nur ein Werkzeug bzw. ein Bauer im Schachspiel von Puls4, welches zum Ziel hat mit möglichst viel Scheiße möglichst viel Fliegen zu sammeln. Sie ist eigentlich nur ein Produkt ihrer Generation: Big Brother, Casting-Shows und da besonders die Topmodel-Shows. Im vergangenen, namenlosen Jahrzehnt ist ziemlich viel Scheiße über den Äther gesendet worden. Das tolle an der Sache ist ja, sobald die Casting-Show vorbei ist wird am selben Sender in den Society-Sendungen und in externen Medien darüber berichtet. Immer und immer wieder, bis der durchschnittliche Zuseher das Gefühl hat, die Teilnehmer so einer Show wären wichtig. Sie sind prominent, keine Frage, aber doch nur Marionetten des Senders bzw. ihres Managements. Hoffentlich wird bald Medienkunde in den Schulen als Pflichtfach eingeführt, damit man der “Topmodelisierung” unserer Gesellschaft zumindest etwas Nährboden nimmt. Big Brother bzw. die Casting-Shows gibt es jetzt schon seit zehn Jahren und das Publikum wird immer noch nicht müde und schaut zumindest so fleißig, dass sich eine neue Staffel lohnt. Der Konsument giert nach Idioten, der Sender liefert diese, was aber beim Konsumenten eine Gier nach einem noch größeren Idioten hervorruft, welcher wieder vom Sender geliefert wird. Ein Teufelskreis, eine Spirale, die sich unendlich nach unten dreht. Puls4 wollte ja ursprünglich eine ähnliche Zielgruppe bedienen wie FM4, von diesem Vorhaben ist man aber offenbar abgekommen, den von den FM4 Hörern ist man mit einen solchen Programm meilenweit entfernt. Im Endeffekt liefert Puls4 den deutschen Müll der ProSiebenSat1-Mutter, teils in österreichischer Verpackung, teils gleich direkt. Aber Müll bleibt Müll, da ist die Verpackung egal.